Wer in der vergangenen Woche rund um Egenhausen unterwegs war, konnte immer wieder Gruppen von Grundschulkindern entdecken – im Wald, auf Wiesen, an der Nagold oder mit dem Fahrrad auf den Radwegen der Umgebung. Denn für drei Tage tauschten die Schülerinnen und Schüler unserer Grundschule das Klassenzimmer gegen die Natur und erlebten in sechs Projektgruppen – jeweils drei in den Klassenstufen 1/2 und 3/4 – abwechslungsreiche und lehrreiche Projekttage.

Die Projekte machten ihrem Namen alle Ehre: Es wurde gebaut, geforscht, gestaltet, gekocht, geradelt und gespielt. Dabei stand nicht nur das Lernen im Vordergrund, sondern vor allem das gemeinsame Erleben und Entdecken.

Mehrere Gruppen erkundeten den Wald als Lebensraum. Gemeinsam mit Förster und Waldpädagoge Andreas Werner gingen die Kinder auf Spurensuche, bauten Murmelbahnen aus Naturmaterialien und meisterten kreative Teamaufgaben. Eine weitere Gruppe erkundete zusammen mit Naturschutzwart Karl-Heinz Gänßle den Kapf und erhielt spannende Einblicke in die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Mit Naturmaterialien entstanden Waldwichtel, Wichtelhäuser, Hütten, Bilderrahmen, Webrahmen und Mandalas. Selbst Bäume wurden mit fantasievollen Tongesichtern geschmückt. Aus alten Konservendosen fertigten die Kinder außerdem Insektenhotels und setzten damit ein Zeichen für den Naturschutz.

Auch das handwerkliche Arbeiten spielte eine wichtige Rolle. Mit viel Geduld entstanden kleine Flöße, die am letzten Projekttag an der Monhardter Wasserstube zu Wasser gelassen wurden. Dass dabei nicht nur die Flöße, sondern auch einige Kinder eine kleine Abkühlung bekamen, sorgte für viele lachende Gesichter.

Sportlich wurde es bei der Fahrradgruppe. Über den Egenhäuser Kapf führte die Tour nach Monhardt und weiter entlang des Flößerwegs bis nach Altensteig. An der Nagold verwandelten sich die Kinder in kleine Gewässerforscher. Mit Keschern, Sieben und Becherlupen untersuchten sie die Tierwelt im Wasser. Besonders groß war die Begeisterung, als ein Flusskrebs und sogar ein Wels ins Netz gingen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Kräuterwanderung mit Kräuterpädagogin Frau Kraft. Die Kinder lernten verschiedene heimische Wildkräuter kennen, sammelten sie selbst und bereiteten daraus Kräuterquark, Kräuterwaffeln und eine erfrischende Kräuterlimonade zu. Zum Abschluss wurden gemeinsam Pizza gegessen und die Projekttage gemütlich ausklingen gelassen.

Auch die Kreativität kam nicht zu kurz. Es entstanden liebevoll gestaltete Duftsäckchen, große Seifenblasen-Sets mit selbst hergestellter Seifenlauge sowie zahlreiche kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien. Andere Kinder trainierten ihre Geschicklichkeit auf dem Roller und meisterten am Ende erfolgreich einen Parcours, für den sie stolz ihren Roller-Pass erhielten.

Besonders bereichernd war die Unterstützung durch zahlreiche außerschulische Partner. Förster und Waldpädagoge Andreas Werner, Naturschutzwart Karl-Heinz Gänßle, Kräuterpädagogin Frau Kraft und Dr. Martin Kreeb, der den Kindern in der Ölmühle anschaulich die Herstellung von Rapsöl erklärte und Walderlebnisspiele anleitete, ermöglichten den Schülerinnen und Schülern viele unmittelbare Erfahrungen und spannende Einblicke.

Die Projekttage haben eindrucksvoll gezeigt, wie vielseitig Lernen sein kann. Die Kinder konnten ihre Heimat mit allen Sinnen entdecken, Neues ausprobieren, Verantwortung übernehmen und als Gemeinschaft zusammenwachsen. Viele Erlebnisse und Begegnungen werden ihnen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Grundschule bedankt sich herzlich bei allen Lehrkräften, den außerschulischen Partnern sowie allen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Engagement zum Gelingen dieser besonderen Tage beigetragen haben.

Lernen, wo die Natur zum Klassenzimmer wird