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  Inklusion ist an der Grundschule Egenhausen
eine Selbstverständlichkeit:
Jugendförderpreis der Sparkasse geht nach Egenhausen
 
   
     
 

Seit vielen Jahren wird das Thema „Inklusion“ kontrovers diskutiert. Nun soll es ab dem Schuljahr 2015/16 verpflichtend werden, das heißt Eltern können selbst entscheiden, ob ihr Kind mit einer Behinderung in eine Regelschule oder in eine Sonderschule gehen wird.
An der Grundschule Egenhausen wird dies längst umgesetzt. Für Rektor Dirk Seifert war es nie eine Frage, ob ein Kind eine Behinderung hat oder nicht. Er betont den Mehrwert für beide Seiten: Nicht behinderte Kinder würden zum einen lernen, dankbar für ihre Gesundheit und „Normalität“ zu sein und außerdem soziale Stärken ausbilden. Für das behinderte Kind berge die Inklusion ebenfalls Vorteile. Es würde gleich behandelt und wie andere Kinder aufwachsen. Es würde lernen, dass es alles erreichen kann , wenn es nur will.

  
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Momentan wird an der Grundschule Egenhausen ein stark hörgeschädigter Junge aus Oberschwandorf unterrichtet. Seit 2011 besucht er die Schule. In seiner Klasse sitzt eine Gebärdensprachendolmetscherin, die ihm alles was Lehrkräfte und Mitschüler sagen, übersetzt. So sorgt sie dafür, dass der Junge, der nichts hören kann, dem Unterricht folgen und das gleiche Pensum wie seine hörenden Mitschüler erledigen kann.

Die Egenhauser Grundschule wurde bereits in den Schuljahren 2010/11 und 2012/13 mit dem Jakob-Muth-Preis für inklusive Schulen ausgezeichnet. Sie gilt als Vorzeigemodell in diesem Bereich, so dass Rektoren anderer Schulen vorbeischauen, um Näheres in Erfahrung zu bringen.
Nun erhielt die Schule von der Stiftung Jugendförderung der Sparkasse Pforzheim Calw den mit 2500 €uro dotierten Jugendförderpreis 2014. „Das Geld wird in den Gebärdensprachkurs für die Klasse investiert, damit alle Schüler mit dem gehörlosen Jungen kommunizieren können. Des Weiteren wird ein Verhaltenstraining für die Klasse durchgeführt“, kündigte Seifert an und bedankte sich für die Zuwendung und die Anerkennung bei den Vertretern der Sparkasse und des Landratsamtes.
Dass die Inklusion eine gute Sache sein kann, zeige das Beispiel eines Rollstuhlkindes. Dieser Junge besuchte vier Jahre lang die Grundschule in Egenhausen, schaffte danach die Mittlere Reife und absolviert mittlerweile seine Ausbildung im Nagolder Sanitätshaus Schaible. Ob er diese Schullaufbahn so auch ohne die Grundschulzeit in Egenhausen geschafft hätte, sei fraglich.
„Grundsätzlich werden allerdings die Schulabgänger, egal welche Schule sie im Nachhinein besuchen, gerne gesehen“, betonte Bürgermeister Frank Buob. Vor allem weil sie das respektvolle Umgehen mit allen Menschen kennen. “Auch dies haben wir unter anderem der Inklusion zu verdanken“, so Seifert, der stolz auf alle seine Schüler ist – egal ob sie mit einer Behinderung zu kämpfen haben oder nicht. Allerdings betonte er auch, dass für eine solch erfolgreiche Arbeit ein engagiertes und harmonisches Lehrer- und Mitarbeiterkollegium notwendig ist. Und das gibt es an der Grundschule Egenhausen.